☀️ Technik • Veröffentlicht am 22. Mai 2026

Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: Sizing-Regeln und Smart-Home-Steuerung

Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik is der Königsweg der Eigenversorgung. Erfahren Sie alles über das perfekte Zusammenspiel.

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Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: Sizing-Regeln und Smart-Home-Steuerung
☀️ Die PV-Wärmepumpen-Synergie:

Eine Photovoltaikanlage liefert die günstigste Antriebsenergie für die Wärmepumpe. Durch intelligente Steuerung (SG Ready) lässt sich der solare Deckungsgrad der Heizung auf **30 % bis 45 %** über das Gesamtjahr steigern.

1. PV-Ertrag vs. Wärmepumpen-Bedarf im Winter

Die größte Herausforderung liegt in der zeitlichen Verschiebung: Die Wärmepumpe benötigt im Dezember und Januar am meisten Strom, während die PV-Anlage in diesen Monaten ihren geringsten Ertrag erzielt. Ein typisches Berechnungsbeispiel veranschaulicht das Potenzial:

  • Heizstrombedarf im Januar: ca. 800 kWh
  • Ertrag einer 10 kWp PV-Anlage im Januar: ca. 250 kWh (bei bewölktem Winterhimmel)
  • Eigenverbrauchs-Anteil: Nahezu 100 % des erzeugten Solarstroms fließen direkt in die Wärmepumpe und den Haushaltsstrom. Es wird kein Strom ins Netz eingespeist. Die erzielten Stromeinsparungen entnehmen Sie den laufenden Betriebskosten einer Wärmepumpe.
  • Netzbezug: ca. 550 kWh müssen zusätzlich aus dem Stromnetz bezogen werden. Die PV-Anlage deckt somit bereits ca. 31 % des Heizbedarfs im kältesten Monat.

2. Sizing-Regeln: Wie groß muss die PV-Anlage sein?

Um die Wärmepumpe im Winter effektiv zu unterstützen, muss die PV-Anlage ausreichend dimensioniert sein. Folgende Faustformeln haben sich bewährt:

  • PV-Leistung maximieren: Machen Sie Ihr Dach voll. Jedes kWp zusätzliche Leistung liefert bei diffuser Bewölkung im Dezember und Januar wertvollen Strom. Eine Anlage unter **10 kWp** reicht im Winter kaum aus, um neben dem Haushaltsstrom noch die Wärmepumpe zu bedienen.
  • Batteriespeicher vs. Pufferspeicher: Ein Batteriespeicher (Strom) ist teurer als ein thermischer Pufferspeicher (Wasser). Nutzen Sie den Warmwasserspeicher Ihres Hauses als primären Puffer: Überschüssiger Solarstrom wird tagsüber als 55°C heißes Wasser gespeichert. Erfahren Sie mehr über die Nutzung der Fußbodenheizung als thermische Batterie.

3. Die SG-Ready-Schnittstelle im Smart Home

SG Ready steht für "Smart Grid Ready". Diese Schnittstelle ermöglicht die Kommunikation zwischen dem PV-Wechselrichter und der Wärmepumpe. Sie kennt vier Betriebszustände:

Zustand Signal Bedeutung & Verhalten der Wärmepumpe
Zustand 1 (Sperrzeit) 0 / 0 Wärmepumpe wird netzdienlich gesperrt (max. 2 Std. am Stück).
Zustand 2 (Standard) 1 / 0 Wärmepumpe läuft im normalen, effizienzoptimierten Betrieb.
Zustand 3 (Empfehlung) 0 / 1 **Solarüberschuss vorhanden:** Die Wärmepumpe läuft an und überhitzt den Warmwasserspeicher und die Räume moderat (z.B. um +2°C), um Solarstrom thermisch zu speichern.
Zustand 4 (Befehl) 1 / 1 **Maximaler Überschuss:** Wärmepumpe läuft mit voller Leistung, um Warmwasser und Pufferspeicher auf Maximaltemperatur aufzuheizen.

4. Wirtschaftlichkeitsrechnung (Beispiel)

Ein typisches Einfamilienhaus benötigt 4.000 kWh Heizstrom pro Jahr für die Wärmepumpe:

  • Ohne PV-Anlage: 4.000 kWh Netzstrom à 30 ct = **1.200 € / Jahr**.
  • Mit PV-Anlage (35 % Eigenverbrauch): 1.400 kWh kostenloser Solarstrom + 2.600 kWh Netzstrom à 30 ct = **780 € / Jahr**.
  • Ersparnis: Sie sparen zusätzlich ca. 420 € an jährlichen Heizstromkosten ein und senken die Amortisationszeit beider Anlagen.

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